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Hi, ich bin Deborah oder kurz Debs, als Kind der späten 90er, geprägt von Chaos und dem Drang, daraus etwas Eigenes zu formen.
Ich habe früh gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen, und genau daraus ist meine Kunst entstanden. Es war mein Safe Space. Ein Ort, an den ich mich zurückziehen konnte, ein Ausdruck von Dingen, die ich nicht in Worte fassen konnte.
Irgendwann habe ich diesen Zugang verloren, da das Chaos eine Zeit gewonnen hat.
2022 habe ich angefangen, mich wieder ernsthaft damit auseinanderzusetzen und mir meinen Ausdruck zurück zu holen. Diesmal nicht nur intuitiv, sondern auch technisch. Ich habe mir alles was dazu gehört selbst beigebracht. Kein klassischer Weg, keine Ausbildung. Sondern ein Prozess aus Ausprobieren, Frust, Wachstum und dem eigenen Anspruch, jedes Mal besser zu werden.
Meine Arbeiten entstehen oft aus Chaos. Skizzen, die eher wie Gekritzel aussehen, ungeordnet und roh, aber genau daraus entwickle ich etwas Feines, Detailliertes. Dieser Kontrast zieht sich durch alles.
Ich bewege mich zwischen zwei Welten: sinnlich, okkult, fast filigran und gleichzeitig dreckig, roh, postapokalyptisch. Mich interessiert genau dieser Zwischenraum. Zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Zwischen etwas, das lebt und etwas, das schon wieder zerfällt.
Gerade bei Porträts reizt mich das extrem: etwas Präzises, fast Zerbrechliches kombiniert mit Elementen, die dagegen arbeiten. Schönheit im Dunklen.
Mich hat das Düstere schon immer angezogen. Seit ich denken kann, haben mich die Geschichten interessiert, die unheimlich oder makaber waren. Das Abnormale, das, was nicht ganz greifbar ist — Dinge, die andere eher abstoßen, faszinieren mich bis heute und sind zu einer Art Identität geworden.
Ich sehe das nicht als etwas Bedrohliches. Eher als Spiegel. Ich finde es spannend, wie sehr Menschen das Dunkle fürchten, obwohl es etwas ist, was sie selbst erschaffen. Diese Ironie und Trigger amüsieren mich auf eine gewisse Art.
Meine Inspiration kommt aus vielen Richtungen: Musik, Obskuritäten, Literatur, alte Horror- und Fantasyfilme. Gerade die frühen, handgemachten Filme beeindrucken mich extrem. Ich sehe darin nicht nur Filme, sondern rohe, kreative Lösungen. Die ersten Versuche, dunkle Vorstellungen visuell greifbar zu machen.
Musik ist einer meiner stärksten Einflüsse. Vor allem hier entwickelte sich meine gesamte Ästhetik seit Kindesalter, die von tiefer Sinnlichkeit bis zur rotzigen, direkten und manchmal ironischen Konfrontation reicht.
Vor allem Metal und Doom prägen mich, diese Schwere, diese Tiefe und die rohe Energie. Genauso Stoner Rock oder Skatepunk, dieses jugendliche Freiheitsgefühl kombiniert mit einer Menge Groove. Auch Jazz oder Progressive faszinieren mich durch ihre Detailverliebtheit, während atmosphärische Musik meine Fantasie auf eine ganz eigene Weise antreibt. Gleichzeitig zieht mich auch Industrial Techno an, mit seinen repetitiven Strukturen und dieser puren, rohen Energie.
Viele meiner Designs bewegen sich genau zwischen diesen Welten. Sie greifen Elemente aus verschiedenen Szenen auf und erschaffen eine Brücke, ohne sich klar einordnen zu lassen.
Mein Weg war nie gerade. Ich wollte ursprünglich Kunst studieren, bin dann aber in der Videoproduktion gelandet. Eine prägende Zeit, die meinen Blick auf visuelles Arbeiten stark beeinflusst hat. Nebenbei habe ich Logos für Bands gestaltet und immer das Ziel gehabt, mich irgendwann als Künstlerin selbstständig zu machen.
2023 kam Graffiti dazu und konfrontierte mich direkt mit meinem Perfektionismus. An der Wand müssen Dinge direkter, schneller, ungefilterter passieren. Auch wenn dafür heute weniger Zeit bleibt, ist es ein Teil von mir.
2024 habe ich den Fokus komplett aufs Tätowieren gelegt und bin direkt in die Selbstständigkeit gestartet.
Es ist für mich der intensivste Teil meiner Arbeit geworden. Und das ist nichts, was ich als selbstverständlich sehe. Weil Menschen sich bewusst dafür entscheiden, etwas, das ich geschaffen habe, für immer unter ihrer Haut zu tragen.
Ich arbeite ohne Vorlagen, jedes Design entsteht individuell, angepasst an die Person und den Körper.
Mir ist wichtig, dass sich nicht nur das fertige Tattoo richtig anfühlt, sondern auch der Weg dorthin. Ich nehme mir Zeit für den gesamten Prozess, gebe Ideen Raum zur Entwicklung und begleite meine Kunden dabei mit ehrlicher Beratung. Mir ist meine eigene Handschrift und Vision wichtig, aber auch das gemeinsame Erarbeiten durch die Wünsche meiner Kund:innen.
Ich denke weniger in einzelnen kleinen Motiven, sondern eher im Gesamtbild. Für mich ist der Körper eine Leinwand, auf der Tattoos miteinander wirken und eine klare, ausdrucksstarke Einheit bilden.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass meine Arbeit mehr ist als reine Umsetzung. Sie entsteht aus hohem, eigenem Anspruch heraus und soll nicht nur funktionieren. Eine entspannte, vertraute Atmosphäre gehört für mich genauso dazu wie ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe. Mein Arbeitsumfeld ist ein sicherer Raum, besonders für LGBTQ+. Ich wähle mir meine Kund:innen aus, menschenfeindliche, bewertende und rechte Einstellungen haben bei mir keinen Platz.
Mein Leben fließt automatisch mit in meine Arbeit ein. Meine Struktur ist es, auf meine Kapazität und Energie zu hören. Mein Hobby ist zur Arbeit geworden und begleitet mich ununterbrochen. Deshalb brauche ich auch aktive Rückzugsphasen, um auch kreativ wieder Kraft zu tanken.
Dabei begleitet mich mein Hund Ozzy (ja, von Ozzy Osbourne). Er erinnert mich seit 5 Jahren jeden Tag daran, meinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn es manchmal sehr unbequem ist. Mich gibt es nur im Doppelpack mit ihm.
Ich bin in Bewegung. Und ich habe nicht vor, stehen zu bleiben. Meine Arbeit entwickelt sich ständig weiter, genau wie ich selbst.
Was bleibt, ist der Anspruch, etwas zu schaffen, das sich richtig anfühlt. Und genau da seinen Platz findet, wo es hingehört: unter der Haut.